Optimismus, Zuversicht, Hoffnung
Womit auch immer ich mich rüste, um mein Weitergehen zu rechtfertigen, meine lasche Haltung zum Grauen der Welt, Ängsten der Zukunft und Untiefen der Menschlichkeit, irgendwo innerhalb dieser drei Worte ziehe ich Kraft und schöpfe Mut oder zumindest eine stoische Gefasstheit.
Grundsätzlich optimistisch bin ich eigentlich nicht und Hoffnung ist immer ein letzter lebendiger Funke für mich gewesen – eingeschränkt nutzbar und vorrangig aus Verzweiflung.
Aber Zuversicht, ihr haftet dieses irrational Positive an, diese unerklärliche Auffassung der Machbarkeit. Bewältigung, sage ich mir, darum geht es doch letztendlich. Ich kann keinen Krieg stoppen, keine realistischen Klimaziele erzwingen oder Leuten bewusst machen, dass es nicht hilft in Krisen stehen zu bleiben, Bestehendes als Status Quo zu erhalten, weil man dann in der Zukunft ratlos vor einem noch größeren Haufen Herausforderung steht.
Inklusion braucht Zeit?
Inklusion hatte schon Zeit, aber keiner, der es vermocht hätte, hat die Weichen gestellt und die richtigen Entscheidungen getroffen.
Inklusion braucht eine Pause?
Kann man Menschenrechte einfach pausieren? Und wovon denn? Pause von der schlechten Versorgung? Der mangelnden Unterstützung? Der unzureichenden Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft? Pause von behämmerten Aussprüche führender Politiker*innen? Pause von Bildung als Wahlkampfthema und mehr nicht? Pause von hohlen Versprechungen?
Wir werden davon überrannt und können nur hilflos zuschauen?
Zum Glück schiebt sich hier meine Zuversicht in den gebeugten Rücken. Selbst wenn! Und wenn schon! Und sowieso! Ich weiß, dass Eltern die schulische Inklusion als Option wählen. Ich weiß das aus meinem schulischen Alltag. Ich weiß, dass Schulen sich auf den Weg machen.
Ich weiß, dass wir mit jedem Vortrag, jedem Seminar, jeder Fachtagung, jedem Netzwerktreffen und jeder Geschichte aus dem Kontext Inklusion, die wir erzählen, dazu beitragen, dass sich etwas in den Köpfen regt, dass etwas ein bisschen anders wird, vielleicht ein bisschen besser. Etwas, das zu Taten anregt. Das einen Unterschied macht zu vorher.