Geil! Ferien!

Was ich seit den Osterferien in meinem Leben vorrangig vorfinde: Ich schreibe kaum mehr Texte für den Blog, weil ich mit dem Korrigieren von Arbeiten, Verfassen von Berichten und anderem Geschreibsel nicht hinterher komme. Ich komme voll durcheinander mit den Feiertagen. Meine AG muss das Theaterstück dringend fertig kriegen zum Schuljahresende – der Auftritt im Theater. Oh Gott, die Kostüme. Meinem Papa geht es nicht so gut. Klassenkonferenz. Ein Kind will die Schule wechseln. Ich habe vergessen, die Nachteilsausgleiche mit meinen Kolleg*innen durchzugehen und zu aktualisieren, muss das schnell noch machen. Ich muss nach Hause zu meinem Vater fahren, weil es ihm sehr schlecht geht. Der Entwicklungsbericht muss noch fertig. Im Zeugnisprogramm sind noch Fehler, die meinen Förderschwerpunkt betreffen, ich muss das beheben. Schwupp – Konferenzen. Wie kann das sein?
Die letzte Schulwoche: Die pädagogische Fachkraft macht eine Vertretungsstunde zu absoluter und relativer Wahrheit, wohingegen ich wahrscheinlich nur müde einen Film vorgeschlagen hätte, jemand gibt sein Tutoriat ab, um nicht krank zu werden, man spricht über Versetzungen und Langzeiterkrankte, ein Schuljahr zu wiederholen ist für Schüler*innen aus der Ukraine ganz schlimm, warum wird das dann gemacht, wenn es Alternativen gäbe? Das Sportevent für die ganze Schule fällt aus, weil es Bindfäden regnet. In die Schule ist eingebrochen worden, Dinge wurden gestohlen, die Menschen wichtig sind und die sie nicht zurückbekommen werden. Ein paar Schüler*innen haben das Abi nicht bestanden, nach den Ferien sind zwei Schüler*innen nicht mehr an der Schule, ich habe mich kaum verabschieden können. Und für die Abschiedsfeier der Lehrkräfte, die in Pension gehen oder versetzt wurden, hatte ich keine Kraft mehr.


Was ich nicht so richtig gesehen und wertgeschätzt habe:
Meine Herzis haben alle den Förderschulabschluss bestanden und ich hätte ganz stolz sein dürfen. Der Theaterauftritt war Bombe! Die Kinder bereiten sich auf ein neues Schuljahr vor. Die Jungs helfen mir bei Schleppen und Aufräumen, als ich mal wieder einen Förderraum herrichte. Ich bin gar nicht krank geworden zum Ende des Schuljahres. In Jahrgang 5 hat es größtenteils mit der Zusammenarbeit geklappt, ich hatte zuvor echt Bammel davor. In der Projektwoche mitzuhelfen war auch sehr erfrischend. Ich konnte vor allem meiner Schwester gut helfen in der schweren Phase mit unserem Vater. Meine Nichten und Neffen verehren mich unglaublicherweise. Meine Lieblingskolleg*innen hatten auch schwere Zeiten, auf die ich gar nicht so richtig eingegangen bin. Das tut mir jetzt sehr leid, weil die beiden stets total niedlich und liebevoll um mich getänzelt sind, als es mir so schlecht ging. Dafür habe ich sie gar nicht so richtig gedrückt. Einige Kinder haben das gruselige 8. Schuljahr hinter sich gebracht und sich dabei voll weiterentwickelt. Mein eigenes Theaterspiel hat mich sehr stabilisiert. Mein spontanes Einspringen für eine erkrankte Spielkollegin am Tag der Aufführung ist an Wahnsinn und Spaß nicht zu übertreffen gewesen, darauf darf ich auch gern stolzer sein. Mein Sohn Nummer 1 hat sein Abitur bestanden und Sohn Nummer 2 hat ein wirklich schönes Zeugnis bekommen mit viel Wertschätzung aber auch Herausforderungen zwischen den Zeilen. Beide haben es gut gemacht und ich war zu matschig, um mich wirklich mit Ihnen zu freuen.
Ich habe in diesem Loch zwischen Osterferien und Sommerferien viel gejammert, aber um mich rum ist auch viel Gutes passiert. Ich glaube, ich hab das ganz gut bewältigt, so insgesamt alles. Das ist doch schön. Vor allem, wenn man dann mit Ferien belohnt wird! Ich freu mich! Und so beginnen die Ferien mit einem tollen Essen für die bestenbesten eigenen Kinder und ein bisschen Planung, was wir in den Ferien erleben könnten.

Schreibe einen Kommentar