Der Schornsteinfeger und die Inklusion

Ich habe jetzt gerade den armen Schornsteinfeger damit zugelabert, dass ich in der IGS arbeite und dort im Rahmen der Inklusion. Ganz unvermittelt, mit einem mittelprächtigen Aufhänger. Man kennt das ja, diese Leute, die unbedingt etwas loswerden wollen und auf einen Aufhänger mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner warten, um dann sofort loszuquasseln, so dass dem wehrlosen Gegenüber kein Zeitfenster zur Flucht bleibt, bis das Mitzuteilende mitgeteilt ist. Für mich war das das jetzt einfach mal ein Test. Ich zucke mit den Schulter, denn ich merke ja, wenn jemand nicht mit mir reden will.

Doch der Schornsteinfeger hört aufmerksam zu. Und dann erzählt er mir von seinem Sohn, der damals auf die Sonderschule musste, der es aber dann doch irgendwann geschafft habe, lange nach der Sonderschule. Das war genau seine Wortwahl. Ich höre zu, er sagt, die Chance war ein Ausbildungsplatz, der kam, nach ganz lange gar nix und er dachte schon, er müsse sonst was machen, doch dann habe er ihm über Beziehungen einen Ausbildungsplatz besorgen können. Und damit war alles Vergangene vergessen.

Und er sagt, er fände schön, dass Kinder wie sein Sohn jetzt nicht mehr auf die Sonderschule müssen. Das fände er besser. Und dass er hofft, dass wir gute Arbeit machen. Das hoffe ich auch.

Ich denke representation matters! Ich erzähle jetzt öfter von der Inklusion, in den irrsinnigsten Situationen. Mal sehen, was man so hört… In kleinen Häppchen, auch Leuten, die es nicht wissen wollen, weil es sie stört, dass ihre Meinung nicht uneingeschränkt bestehen bleibt.

Leute sollen zuhören und sollen selbst erzählen. Erst so wird was Rundes draus. Bäm! Das ist der Plan!

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